Die äußeren und inneren Formen des Lebens
Nachdem wir uns in den zwei vergangenen Jahren mit den Themen Zeit und Raum beschäftigt haben, gilt unsere Aufmerksamkeit in diesem Jahr dem, was uns in Zeit und Raum sichtbar wird, den erfassbaren Gestalten, der Form. Ein kurzer gerichteter Blick in den Raum um uns herum, wo auch immer wir uns gerade befinden, zeigt die Fülle von Gestalten, die uns umgeben und unsere Welt formen. Gestalten wir also den Raum, so formen wir unsere Welt, so wie sie uns formt. Die Vase auf dem Schreibtisch, das neue Sofa im Wohnzimmer, die eigene Frisur, die Backformen in der Küche, das Obst auf dem Marktstand, die Tür des Nachbarhauses, die lachenden Augen eines Menschen, der uns zugewandt ist. All das sind Formen, die unser Leben prägen. Wir finden Formen in Prosa und Poesie, Musik, Malerei, Theater und Architektur, die unendlichen wie perfekten Formen der Natur. Die inneren Formen, nicht unmittelbar sichtbar, aber nicht weniger formend - unsere Arbeits- und Lebensformen, wie wir Beziehungen formen und uns in ihnen formen lassen, die verschiedenen Formen der Liebe. Die Formen, die uns umgeben, prägen unseren Blick und dieser wiederum, wie wir die Formen sehen. Die eigene Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was wir sehen und wie wir es sehen, mag deshalb auf vielfältige Weise unser Leben bereichern – Schönheit wahrzunehmen und wirken zu lassen, Schönheit zu schaffen, den eigenen Lebens-Raum und die eigene Lebens-Zeit zu formen. Wir möchten hier ein ganzes Jahr lang Formen bewundern und zu begreifen versuchen und laden Sie von Zeit zu Zeit zu einer kleinen »Form-Etüde« ein. Wir werden uns mit dem Spannungsverhältnis zwischen Form und Materie auseinandersetzen, durch die Form nach dem Wesen der Dinge fragen, uns mit Geometrie, Format und Formeln beschäftigen, uns vermutlich Schneeflocken anschauen, zu Höchstform auflaufen und den ein oder anderen Formfehler begehen. Es werden kurze Texte, Zitate, Gedichte, Bilder etc. sein, von denen wir glauben, dass sie sich dazu eignen, die eigenen Wahrnehmungen und Ideen zu den äußeren und inneren Formen unseres Lebens zu reflektieren. Im besten Falle mag es möglich sein, ein differenzierteres und verändertes Verhältnis zur eigenen Form zu entwickeln. Damit mag es uns vielleicht gelingen, in guter Form zu sein, genau in den Formen, in denen und mit denen wir leben, gut zu leben. Konzeption und Layout: Katja Schröder Texte: Katja Schroeder und SYNNECTA Team |
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