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Burnout

Burnout»Ich kann nicht mehr und hör gleich auf, nur das eine noch ...« ist ein Satz aus dem Arbeitsalltag, wie man ihn häufig hört. 24 Stunden per Mail oder Handy erreichbar und allzeit bereit »die Welt zu retten«, zwischen Meetings, Reisetätigkeiten, Hotels, Realität und Wahnsinn.

Unternehmen schaffen in diesem Jahr mit ihren Mannschaften ein enormes Pensum an Arbeit. Wurden in der vergangenen Krise Stellen abgebaut, um der damaligen Lage gerecht zu werden, so schaffen diese verminderten Mannschaften derzeit das Pensum aus 2008 und darüber hinaus. Eine enorme Leistung, die jedoch nicht ohne Folgen bleibt. Insbesondere in den vergangenen Monaten häuften sich Fälle von Burnout, Depressionen, psychosomatischen Erkrankungen und ähnlichem in Unternehmen. Dies scheint den Trend der wachsenden Zahl an Burnout-Kliniken zu bestätigen und zu rechtfertigen.

Ein Burnout stellt sich nicht spontan ein. Für Betroffene ist es ein langwieriger und leidvoller Prozess. Symptome äußern sich anfangs vage und subtil, von den Betroffenen meist nicht oder nur sehr ungern wahrgenommen und anerkannt – wird es im Umfeld doch häufig als Schwäche oder Unvermögen verstanden und besprochen.

Burnout trifft häufig die Leistungsträger in den Unternehmen, Menschen, die für ihre Sache brennen und sich mit vollem Engagement für die Ziele einsetzen. Die High-Performer sind also besonders gefährdet, die Lust auf Höchstleistung ist in vielen Fällen Ausgangspunkt für einen sich leise anschleichenden Burnout-Prozess.

Ist der Burnout da, ist ein einfacher und schneller Weg zurück zur Normalität hin zu einem Arbeitsalltag ohne Ängste, Überforderung oder Sorgen, mit Kraft und Freude, meist nur schwer oder gar nicht möglich. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und nicht ausschließlich im Handlungsbereich des Unternehmens angesiedelt. Aber eben auch! Jedoch entlässt ein modernes Unternehmen seine Mitarbeiter nicht aus der Verantwortlichkeit, für sich zu sorgen und sich verantwortlich zu zeigen für das eigene Handeln, Denken und Fühlen.

Im Arbeiten seine Grenzen zu kennen, diese zu respektieren und einzuhalten, ist somit aktueller und wichtiger denn je, gerade in der Hatz nach immer weiter, höher, schneller oder mehr.

Zu Grunde liegende Ursachen für einen Burnout sind dysfunktionale Verhaltens-, Denk- und Gefühlsmuster, die es nicht zulassen, Stressoren eigenständig zu erkennen und darauf adäquat zu reagieren. Hier ist nachhaltige Veränderung nötig und möglich. Auch das Umfeld einer Person hat Anteil an der Belastung von Psyche und Physis. Möchte man nachhaltige Veränderung, kommt man nicht umhin, an beiden Stellen, sowohl an der Person als auch am Kontext, zu arbeiten.

Neben dem menschlichen Leid entsteht ein beachtlicher monetärer Aufwand durch einen Burnout-Fall (oder andere vergleichbare Stress-Krankheiten) für Unternehmen und Gesellschaft. Angefangen beim Ausfall der Arbeitskraft, über Kosten für Therapie, Rehabilitation und Wiedereingliederung, kommt im Verlauf eines Burnouts ein enormer Betrag zustande. Deshalb stellt sich nicht zuletzt die Frage nach geeigneten präventiven Maßnahmen, sowohl für das Individuum wie auch für Unternehmen und Gesellschaft.

Menschen, die einen Burnout erlebt und durchlitten haben und an den alten Arbeitsplatz zurückkehren, wirken in aller Regel zögerlich. Verständlich wird das, wenn man weiß, dass die Rückfallquote recht hoch ist. Die Angst von einem Rückfall in alte Muster nach einem burnout-bedingten Klinikaufenthalt und einer entsprechenden Auszeit ist gerade dann berechtigt, wenn sich das Umfeld nicht verändert hat und der betroffene Mitarbeiter neue Verhaltensweisen noch nicht stabilisieren konnte.

Wir beobachten den hier beschriebenen Trend mit Sorge. Immer mehr Hilferufe von Betroffenen und Unternehmen kommen bei uns an – teils offen ausgesprochen, teils verklausuliert. Mit unserem breit gefächerten psychologischen und therapeutischen Hintergrundwissen können wir veränderungsbereiten betroffenen Menschen und Unternehmen in den Phasen eines Burnouts sehr wirksam unterstützen. Sei es bei der Burnout-Prävention und in frühen, noch reversiblen Phasen oder auf dem Weg zurück in ein gesünderes Arbeitsleben.

Bernd Burkhardt-Patzina und Marc-Christoph Berger

 
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