In Zeit und Raum
Unser Leben gestaltet sich im Verhältnis von Zeit und Raum. Einfacher noch – wir leben unser Leben in Zeit und Raum. Nachdem wir uns im vergangenen Jahr mit dem Thema Zeit beschäftigt haben, gilt unsere Aufmerksamkeit in diesem Jahr dem Raum bzw. den Räumen.
Kaum ein Begriff ist so vielfältig wie der des Raumes. Wir bewegen uns in dem ausgedehnten Raum, der uns umgibt, tauchen in die Tiefen des Ozeans, greifen zu den Sternen, blicken in Zellzwischenräume und Atome – und gehen von der Küche ins Bad und ins Wohnzimmer zurück, die Treppe hinab auf die Straße des Ortes, in dem wir wohnen. Wir schauen aus Fenstern, stehen vor Türen und überschreiten Schwellen.Wir können uns ebenso im mathematischen Raum bewegen wie in den Tiefen des Cyberspace und den Räumen, die uns Kunst und Literatur bieten. Wir besuchen Orte, stehen manchmal auf einem Fleck und brauchen Platz, erleben Enge und Weite, gehen in die Ferne und kehren nach Hause zurück. Wir leben im Eigenraum unseres Leibes – Füße, die uns tragen, Hände, mit denen wir die Außenwelt bergreifen, unsere Haut, an der sich Innen und Außen berühren. Des Nachts bewegen wir uns in den Räumen unserer Träume, und auch tagsüber tragen wir die Innenräume unserer Seele stets in uns, können auch dort Räume durchschreiten, gestalten, hinter uns lassen, neue entdecken. Wir werden uns, wie es der Philosoph Bachelard einmal formuliert hat, mit der »Poetik des Raums« beschäftigen, seinen Formen, Farben, seiner Vielfalt und daraus resultierend mit der Vielfalt der Räume, in denen wir leben und mit deren Erschaffung und Gestaltung wir unseren Lebens-Raum erschaffen und gestalten. Wir möchten hier deshalb ein ganzes Jahr lang Raum für Räume schaffen und laden Sie von Zeit zu Zeit zu einer kleinen »Raum-Etüde« ein. Es werden kurze Texte, Zitate, Gedichte, Bilder etc. sein, von denen wir glauben, dass sie sich dazu eignen, die eigenen Wahrnehmungen und Ideen zu den Räumen unseres Lebens zu reflektieren. Im besten Falle mag es möglich sein, ein differenzierteres und verändertes Verhältnis zum eigenen Lebens-Raum zu entwickeln. Damit mag es gelingen, genau in den Räumen, in denen wir leben, etwas besser zu leben. Konzeption und Layout: Katja Schröder Texte: Katja Schroeder und SYNNECTA Team |
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